Der Vorleser

Seiten

Karl Kraus ca. Neues 8 Uhr Blatt

21.12.1922 - 12.01.1923
Wien

[4.] Das Neue 8 Uhr Blatt brachte die Falschmeldung, dass drei Bühnenwerke von Frank Wedekind, Egon Erwin Kisch und Karl Kraus - "Die letzte Nacht" - von der Zensur verboten worden seien. Kraus und Samek forderten eine Berichtigung, die allerdings nicht gebracht wurde. Also klagte Samek den verantwortlichen Redakteur Friedrich Oppenheimer nach §§ 23, 24 des Pressegesetzes wegen Unvollständigkeit der Berichtigung. In der Hauptverhandlung am 10.

Karl Kraus ca. Richard Weininger

25.05.1925 - 10.12.1926
Wien

[29.] Richard Weininger wurde in einem Brief an Ludwig Münz, der ihm  Geld schuldete, gegen diesen und Karl Kraus ausfällig:

Karl Kraus ca. Arbeit und Wirtschaft

15.02.1927 – 28.11.1927
Wien

[67.] In einem Artikel der sozialdemokratischen Zeitschrift Arbeit und Wirtschaft ("Neutrale und andere Gegner") schmähte der Journalist Johann Hannak Kraus aufgrund seiner Angriffe gegen die Sozialdemokraten. Da Kraus nicht explizit genannt wurde, war die Beleidigung allerdings schwer nachzuweisen. Kraus verlangte vorerst durch Samek eine Ehrenerklärung Hannaks, was dieser ablehnte, da er in seiner Äußerung "eine Ehrenbeleidigung nicht erblicke".

Karl Kraus ca. Alfred Kerr

03.01.1927 – 04.05.1928
Berlin

[68.] Alfred Kerr hatte im Dezember 1926 Karl Kraus im Berliner Tageblatt als "kleine(n) mieße(n) Verleumder mit moraligem Kitschton" bezeichnet. Oskar Samek und Karl Kraus wollten auf Basis dieses Artikels den deutschen Rechtsweg beschreiten und in Berlin eine Ehrenbeleidigungsklage gegen Alfred Kerr einbringen. In Berlin wurde Justizrat Viktor Fraenkl als Kraus' deutscher Rechtsvertreter engagiert. Bevor die Klage eingebracht wurde, beriet sich Oskar Samek ausführlich mit Victor Fraenkl, um Alfred Kerr nicht die Möglichkeit zu geben, Widerklage einzureichen.

Karl Kraus ca. Der Abend

12.12.1928 – 15.04.1929
Wien

[117.] Kraus und Oskar Samek forderten die Berichtung eines entstellenden Druckfehlers in dem Artikel "Karl Kraus und Henri Barbusse an den österreichischen Justizminister": Anstelle von "empfunden" war "empfinden" gedruckt worden. Der Abend lehnte eine Berichtigung ab, da dieser Druckfehler den Sinn der Erklärung nicht entstellt habe und erklärte, dass Kraus der Weg der Klage allerdings freistehe.

Karl Kraus ca. Hamburger Nachrichten

24.05.1929 – 20.02.1930
Hamburg

[130.] Karl Kraus und Oskar Samek klagten durch den Hamburger Rechtsanwalt E. Lion die Hamburger Nachrichten, weil diese (unwissend) den Plagiatsvorwurf gegen Kraus aus Akt 122 perpetuiert hatten. Die Hamburger Nachrichten hatten zwar die von Kraus geforderte Berichtigung gebracht, aber nicht - wie gefordert - mit einem Ausdruck des Bedauerns. Also brachte E. Lion sowohl Straf- als auch Zivilklage ein. Die Hamburger Nachrichten verstanden diese Klagen vorerst nicht und bemühten sich um einen außergerichtlichen Vergleich:

Karl Kraus ca. Volksbühne Berlin

16.08.1929 – 08.02.1929
Berlin

[136.] Die Berliner Volksbühne brachte Kraus' "Die Unüberwindlichen" in einer Matinee, die sehr erfolgreich lief, setzte dann aber das Stück plötzlich ab, ohne es, wie geplant, als Abendvorstellung zu übernehmen.

Karl Kraus ca. Wochenschrift Die Fackel

06.09.1931 – 12.11.1931
Wien, Berlin

[166.] Durch seinen Berliner Anwalt Botho Laserstein erfuhr Kraus, dass in Deutschland eine neue, linkssozialistische Wochenschrift unter dem urheberrechtlich geschützten Titel Die Fackel erschien. Laserstein beantragte sofort eine einstweilige Verfügung. Im Antrag auf Erlass dieser einstweiligen Verfügung ging Laserstein auf die Geschichte von Kraus' Fackel ein und erklärte:

Karl Kraus ca. Wiener Mittags-Zeitung

09.02.1932 – 09.04.1932
Wien

[175.] Die Wiener Mittags-Zeitung brachte folgende Anekdote des Tages: "Egon Friedell soll einmal Karl Kraus gefragt haben, ob er sich schon duelliert habe. Dieser antwortete: 'O ja! Ich bin schon oft geohrfeigt worden!'" (175.1.)