Samek-Akten

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Karl Kraus ca. Fritz Kaufmann und Anton Kuh

11.10.1925-17.12.1926
Wien

[19.] In einem Artikel in der Stunde bezeichnete Anton Kuh Kraus als "Vortragsaffen". Karl Kraus und Oskar Samek klagten den Autor Kuh und den verantwortlichen Redakteur Fritz Kaufmann wegen Ehrenbeleidigung. Das Strafbezirksgericht erklärte Kuh einer Schmähung im Sinne des § 491 des Strafgesetzes für schuldig und Kaufmann für mitschuldig, sich selbst aber für nicht zuständig.

Karl Kraus ca. Die Stunde

30.10.1927 - 03.12.1927
Wien

[23.] Die Stunde veröffentlichte einen Artikel, in dem sie dem Budapester Anwalt Miksa Rosenberg Beamtenbestechung am Budapester Strafgericht im Auftrag von Karl Kraus unterstellte. Nach Absprache mit Miksa Rosenberg beantragten Samek und Kraus die Einleitung von Voruntersuchungen gegen Emmerich Békessy, Fritz Kaufmann und weitere unbekannte Täter wegen Ehrenbeleidigung.

Karl Kraus ca. Die Stunde

10.12.1925
Wien

[26.] Im dem in der Stunde erschienenen Artikeln "Dem Kiebitz ist nichts zu teuer. Karl Kraus denunziert schon wieder die Sozialdemokraten" (siehe Akt 25) und "Krawallszenen bei einer Karl Kraus Vorlesung" - der darüber berichtet, dass Kraus' Vortrag im Favoritener Arbeiterheim angeblich aufgrund der Empörung der Arbeiter abgebrochen werden musste - identifizierten Kraus und Samek 23 Stellen, die Kraus unehrenhafter Handlungen beschuldigten, ihn herabsetzten und lächerlich machten. Daher beantragten sie Voruntersuchungen gegen unbekannte Täter wegen Ehrenbeleidigung.

Karl Kraus ca. Richard Weininger

25.05.1925 - 10.12.1926
Wien

[29.] Richard Weininger wurde in einem Brief an Ludwig Münz, der ihm  Geld schuldete, gegen diesen und Karl Kraus ausfällig:

Karl Kraus ca. Otto Tramer

09.06.1925 - 24.06.1925
Wien, Mährisch-Ostrau

[30.] Der Maturant Otto Tramer aus Mährisch-Ostrau beschimpfte Kraus brieflich, weil Kraus seinem Empfinden nach einen Artikel aus der Zeitschrift "Musik" überhaupt nicht verstanden habe, was Tramer empörte. Oskar Samek bat seinen Kollegen und guten Freund Josef Schornstein, in Mährisch-Ostrau im Auftrag von Kraus eine Ehrenbeleidigungsklage gegen Otto Tramer einzubringen.

Karl Kraus ca. Hans Liebstöckl

20.07.1925 - 01.12.1925
Wien

[31.] Der Journalist Hans Liebstöckl, der für die Stunde arbeitete, trat im Café Imperial an Kraus' Bekannte Alma Pollak heran und begann an ihrem Tisch ein Gespräch, in dem er sich sehr abfällig über Bekessys Blatt äußerte. Kraus zitierte diese, ihm hinterbrachten Äußerungen Liebstöckls in "Entlarvt durch Bekessy" in der Fackel, Nr. 691-696:

Karl Kraus ca. Stefan Padajaunig

24.09.1925 - 03.02.1926
Wien

[33.] Der Monarchist Stefan Padajaunig klagte Karl Kraus wegen Ehrenbeleidigung. Kraus hatte sich in einem Vortrag am 25. Juni 1925 über die Stellungnahme der Stunde für Padajaunig - der Kraus schon früher bedrängt hatte und dafür verurteilt worden war - lustig gemacht und sich abfällig über Padajaunig geäußert. Diese Ehrenbeleidigungsklage wurde nun zwar in der Hauptverhandlung wegen Verjährung abgewiesen, aber Stefan Padajaunig wurde bei dieser Gelegenheit verbal so ausfällig gegen Kraus, dass nun Kraus Padajaunig wegen Ehrenbeleidigung klagte.

Karl Kraus ca. Anton Kuh

25.10.1925 - 21.09.1927
Wien

[34.] Am 27. November 1925 reichten Kraus und Samek Klage gegen Anton Kuh ein: "Der Beschuldigte Anton Kuh hat über mich am 25. Oktober 1925 im mittleren Konzerthaussaal einen Vortrag gehalten, aus dessen Ankündigung, die unter dem Titel 'Der Affe Zarathustras, - Ein Vortrag über Karl Kraus' erfolgte, hervorging, dass es sich um eine Beleidigung meiner Person handeln werde. Tatsächlich war auch der Vortrag von Anfang bis zu Ende bloss eine fortgesetzte Kette von Ehrenbeleidigungen ohne jede sachliche Unterlage.

Karl Kraus ca. Arbeit und Wirtschaft

01.01.1927 – 22.06.1927
Wien

[66.] Karl Kraus hatte in der Fackel 717-723 Karl Renner kritisiert. Die sozialdemokratische Zeitschrift Arbeit und Wirtschaft empörte sich in dem Artikel "Ein Witz Kasmaders?" über diesen "in echtem Bekessy-Tonfall erhobenen Anwurf". (66.3.) Kraus wiederum empfand "den Vergleich mit notorischen und gerichtlich abgestraften Erpressern und Verbrechern [...] als besonders schwere Beleidigungen". Entsprechend beantragten Samek und Kraus die Einleitung von Voruntersuchungen gegen Eduard Straas wegen Ehrenbeleidigung beim Landesgericht für Strafsachen I Wien.

Karl Kraus ca. Arbeit und Wirtschaft

15.02.1927 – 28.11.1927
Wien

[67.] In einem Artikel der sozialdemokratischen Zeitschrift Arbeit und Wirtschaft ("Neutrale und andere Gegner") schmähte der Journalist Johann Hannak Kraus aufgrund seiner Angriffe gegen die Sozialdemokraten. Da Kraus nicht explizit genannt wurde, war die Beleidigung allerdings schwer nachzuweisen. Kraus verlangte vorerst durch Samek eine Ehrenerklärung Hannaks, was dieser ablehnte, da er in seiner Äußerung "eine Ehrenbeleidigung nicht erblicke".