Samek-Akten
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Karl Kraus ca. Wiener Plakatierungs- und Anzeigengesellschaft (WIPAG)
[85.] In seinen öffentlich geführten Auseinandersetzungen mit Emmerich Békessy und Johann Schober bediente sich Kraus auch des Mediums des Plakates. Zwei Monate bevor er das bekannte Plakat mit der Rücktrittsaufforderung an Schober im Juli 1927 anbringen ließ, wollte Kraus ein Plakat anbringen lassen, das sich mit Emmerich Békessy und den Auswirkungen seiner Flucht beschäftigte: "Warnung in letzter Stunde - Der Schuft, den ich aus Wien verjagt habe [...]".

Karl Kraus ca. Verlag Rudolf Mosse
[113.] Die Annoncen Expedition Rudolf Mosse nahm ein Inserat für die Fackel Nr. 767-794 an, die "Die Akten zum Fall Kerr" beinhaltete. Das Inserat sollte im Berliner Tageblatt und in der Literarischen Rundschau gebracht werden. Als die Annoncen Expedition Rudolf Mosse die Schaltung des Inserats im letzten Moment doch ablehnte, klagte Karl Kraus durch seinen Berliner Anwalt Botho Laserstein wegen Vertragsbruch.

Karl Kraus ca. Frankfurter Städtisches Schauspielhaus
[125.] Das Frankfurter Städtische Schauspielhaus (FSH) erbat im Mai 1929 das Aufführungsrecht von "Die Unüberwindlichen". Der Vertrag darüber kam noch im selben Monat zustande, aber dann passierte trotz wiederholter Nachfragen und Vertröstungen über zwei Jahre nichts.

Karl Kraus ca. Volksbühne Berlin
[136.] Die Berliner Volksbühne brachte Kraus' "Die Unüberwindlichen" in einer Matinee, die sehr erfolgreich lief, setzte dann aber das Stück plötzlich ab, ohne es, wie geplant, als Abendvorstellung zu übernehmen.

Karl Kraus ca. Th. Knaur Nachf. Verlag (Berlin)
[142.] Der Th. Knaur Nachf. Verlag (Berlin) war wiederholt an Karl Kraus herangetreten, da er "Die letzten Tage der Menschheit" verlegen wollte.

Karl Kraus ca. S. Fischer Verlag (Berlin)
[144.] Im Jahr 1928 plante Karl Kraus einen Peter Altenberg-Auswahlband bei S. Fischer in Berlin herauszubringen, es kam aber letztlich kein Vertrag zustande, auch da der Verlag den Zeitpunkt für ungeeignet hielt. S. Fischers Rechtsanwälte versicherten allerdings Kraus' Berliner Anwalt Botho Laserstein:
"Um aber Herrn Kraus jedes Entgegenkommen zu beweisen, ist meine Mandantin bereit, für den Fall, dass er den Zeitpunkt für die Herausgabe des Werkes [...] für geeignet hält, ihm das Recht der Herausgabe in einem anderen Verlag freizugeben." (144.2.)

Karl Kraus ca. Die Neue Truppe (Berlin)
[151.] Bei Kraus' Schallplattenverlag(en) in Berlin gab es Unklarheiten über die Abrechnungsmodalitäten. Zudem hatten sie - wie so oft - "Krauss" anstelle von "Kraus" in die Rechnungen geschrieben. Kraus' Berliner Anwalt Botho Laserstein konnte die Sache rasch klären und durfte zwei Platten als Geschenk behalten.

Karl Kraus ca. Oper am Platz der Republik
[158.] Die Berliner Kroll-Oper wollte Jacques Offenbachs "Perichole" im Sinne von Kraus' "Offenbach Renaissance" inszenieren, für die sie sich im Vorfeld euphorisch begeisterte. Tatsächlich forderte aber die Theaterpraxis diverse Abweichungen von Kraus' Idealvorstellung:
So konnte der von Kraus ausgewählte Regisseur nicht beauftragt werden. Zudem wurde Kraus' eigene Arbeit mit den Schauspielern nicht genügend eingeplant, berücksichtigt und vorerst auch nicht honoriert. Außerdem sollten noch - was Kraus' Intentionen völlig widersprach - Striche vorgenommen werden.

Briefwechsel zwischen dem Verlag Die Fackel, dem Verlag Universal Edition und dem Deutschen Theater Prag
[173.] Bei einer Aufführung von Jacques Offenbachs "Madame L’Archiduc" am Neuen Deutschen Theater in Prag wurden von Karl Kraus nicht genehmigte Änderungen und Extempores vorgenommen. Außerdem verärgerte Kraus, dass die Textfassung der Universal Edition (UE) an sich schon voller Fehler war.

Korrespondenz mit Funkstunde Berlin
[180.] Der Verlag Die Fackel erkundigte sich bei der Funkstunde Berlin, wann eine Vorlesung von Kraus beziehungsweise die Sendung "Die Reise zum Mond" unter der Wortregie von Karl Kraus stattfinden würde.
Die Funkstunde wiederum bat Kraus um die Bestätigung der von Heinrich Fischer vorgelegten Mitteilung, dass Kraus' Offenbach-Bearbeitung der "Prinzessin von Trapezunt" keine Partien politischer Natur oder Polemiken gegen Personen des öffentlichen Lebens enthielt.