Der Vorleser

Karl Kraus ca. Die Stunde
[27.] Kraus und Samek klagten Ernst Ely als Autor des bereits inkriminierten Artikels "Dem Kiebitz ist nichts zu teuer. Karl Kraus denunziert schon wieder die Sozialdemokraten" (siehe auch Akt 25 und 26) - In der Privatanklageschrift vermerkten sie, dass Gina Kaus dazu als Zeugin befragt werden könne.

Karl Kraus ca. Stefan Padajaunig
[33.] Der Monarchist Stefan Padajaunig klagte Karl Kraus wegen Ehrenbeleidigung. Kraus hatte sich in einem Vortrag am 25. Juni 1925 über die Stellungnahme der Stunde für Padajaunig - der Kraus schon früher bedrängt hatte und dafür verurteilt worden war - lustig gemacht und sich abfällig über Padajaunig geäußert. Diese Ehrenbeleidigungsklage wurde nun zwar in der Hauptverhandlung wegen Verjährung abgewiesen, aber Stefan Padajaunig wurde bei dieser Gelegenheit verbal so ausfällig gegen Kraus, dass nun Kraus Padajaunig wegen Ehrenbeleidigung klagte.

Karl Kraus ca. Fränkischer Kurier
[103.] Karl Kraus und Oskar Samek klagten durch den Münchner Rechtsanwalt Max Hirschberg den verantwortlichen Redakteur des Fränkischen Kuriers Oskar Franz Schardt in Nürnberg. Dieser hatte ihrer Meinung nach einen Artikel zum "Traumstück" zu verantworten, in dem Kraus als "Pseudowiener" persönlich beleidigt worden war. Schardt wies jedoch - was höchst ungewöhnlich war - alle Verantwortung von sich und nannte den Verfasser des Artikels, Ernst Hohenstatter, als Verantwortlichen.