Der Vorleser

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Karl Kraus ca. Neues 8 Uhr Blatt

24.02.1923 - 03.03.1923
Wien

[7.] Karl Kraus und Oskar Samek forderten die Berichtigung einer Falschmeldung im Neuen 8 Uhr-Blatt, dass Aufführung von "Die letzte Nacht" durch die Prager Behörden verboten worden sei. Aus dem Akt geht nicht hervor, ob die Berichtigung erfolgte.

Karl Kraus ca. Neue Wiener Bühne

22.05.1923 - 14.06.1923
Wien

[8.] Kraus und Samek forderten wiederholt eine korrekte Tantiemenabrechnung, inklusive der 12. Vorstellung eines nicht genannten Stückes von Karl Kraus - der Gewinn aus dieser Vorstellung war für wohltätige Zwecke bestimmt und sollte daher im Spendenausweis der Fackel aufscheinen. Aus den Aufzeichnungen von Oskar Samek ist ersichtlich, dass die fehlende Tantiemensumme schließlich bezahlt wurde.

Karl Kraus ca. Brünner Tagesbote

23.03.1923
Wien

[9.] Karl Kraus und Oskar Samek forderten die Berichtigung der Falschmeldung im Brünner Tagesboten, dass eine Aufführung von "Die letzte Nacht" durch die Prager Behörden verboten worden sei. Aus dem Akt geht nicht hervor, ob die Berichtigung erfolgte.

Karl Kraus ca. Die Stunde

10.12.1925
Wien

[26.] Im dem in der Stunde erschienenen Artikeln "Dem Kiebitz ist nichts zu teuer. Karl Kraus denunziert schon wieder die Sozialdemokraten" (siehe Akt 25) und "Krawallszenen bei einer Karl Kraus Vorlesung" - der darüber berichtet, dass Kraus' Vortrag im Favoritener Arbeiterheim angeblich aufgrund der Empörung der Arbeiter abgebrochen werden musste - identifizierten Kraus und Samek 23 Stellen, die Kraus unehrenhafter Handlungen beschuldigten, ihn herabsetzten und lächerlich machten. Daher beantragten sie Voruntersuchungen gegen unbekannte Täter wegen Ehrenbeleidigung.

Karl Kraus ca. Stefan Padajaunig

24.09.1925 - 03.02.1926
Wien

[33.] Der Monarchist Stefan Padajaunig klagte Karl Kraus wegen Ehrenbeleidigung. Kraus hatte sich in einem Vortrag am 25. Juni 1925 über die Stellungnahme der Stunde für Padajaunig - der Kraus schon früher bedrängt hatte und dafür verurteilt worden war - lustig gemacht und sich abfällig über Padajaunig geäußert. Diese Ehrenbeleidigungsklage wurde nun zwar in der Hauptverhandlung wegen Verjährung abgewiesen, aber Stefan Padajaunig wurde bei dieser Gelegenheit verbal so ausfällig gegen Kraus, dass nun Kraus Padajaunig wegen Ehrenbeleidigung klagte.

Straf- und Exekutionsverfahren Karl Kraus ca. Anton Kuh

17.10.1927 - 03.12.1932
Wien, Berlin

[35.] Über sieben Jahre lang versuchten Karl Kraus und Oskar Samek die offenen Forderungen aus dem Prozess gegen Anton Kuh (Akt 34) einzutreiben. Da Kuh sich hauptsächlich in Deutschland aufhielt und darum eine Exekution in Österreich aussichtslos erschien, versuchten Kraus und Samek mit Hilfe des Berliner Rechtsanwalts Willy Katz - der später noch mehrfach mit ihnen zusammenarbeitete - 1932 in Berlin die Kosten einzutreiben. Der dortige Rechtsanwalt Kuhs erhob vorerst den Einwand der Verjährung des Anspruchs nach drei Jahren, konnte dies aber nicht durchsetzen.

Anzeige von Karl Kraus an Staatsanwaltschaft gegen Die Stunde wegen Inseratenerpressung Café Ankerhof

12.02.1926 - 13.08.1926
Wien

[40.] Josef Heller, der Besitzer des Café Ankerhof wurde erpresst, Inserate in der Stunde zu schalten. Sein Schwiegersohn Josef Jellinek brachte dies Karl Kraus zur Kenntnis, der in Zusammenarbeit mit Friedrich Austerlitz und Oskar Samek eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft einbrachte. Im Juli 1926 musste Békessy unter dem Druck der sich häufenden Vorwürfe und aufgrund einer ihm drohenden Anklage wegen Erpressung Wien (mehr oder weniger heimlich) verlassen.

Anzeige von Karl Kraus an Staatsanwaltschaft gegen Die Stunde wegen Inseratenerpressung im Bankhaus Kux, Bloch & Co

26.07.1926 - 13.08.1926
Wien

[41.] Josef Jellinek (vgl. Akt 40) brachte Friedrich Austerlitz und Karl Kraus noch weitere Erpressungen durch die Inseratenabteilung des Kronos-Verlages zur Kenntnis. So hätte Administrationdirektor Forda auch das Bankhaus Kux, Bloch & Co. unter Druck gesetzt. Als dieses aber kein Inserat schaltete, wurde es in der Stunde wiederholt heftig angegriffen. Wiederum erstattete Kraus in Zusammenarbeit mit Friedrich Austerlitz und Oskar Samek Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.

Karl Kraus ca. Kölner Woche

22.05.1926 – 23.07.1926
Wien

[62.] Am 22. Mai 1926 erschienen in der Kölner Woche ohne Erlaubnis und ohne Nennung des Autors 12 Aphorismen aus Kraus' Sammlung "Sprüche und Widersprüche". Oskar Samek kündigte der Kölner Woche an, dass er wegen Urheberrechtsverletzung Strafanzeige erstatten werde, wenn nicht binnen acht Tagen eine Geldbuße von 500 Reichsmark geleistet werde. Der verantwortliche Redakteur Michel Becker allerdings wies die Verantwortung von sich, da er erst vor kurzem die Schriftleitung der Kölner Woche übernommen habe.

Korrespondenz mit dem Verlag Paul Cassirer betr. ein Gemälde Karl Kraus von Oskar Kokoschka

31.01.1927 – 23.02.1927
Wien, Berlin

[79.] Dem Galeristen und Verleger Paul Cassirer war das Kraus-Bild von Oskar Kokoschka 1927 als Leihgabe zur Ausstellung überlassen worden. Da die Übergabe durch Helene Kann offenbar sehr informell erfolgte, verlangte Oskar Samek nachträglich 3000 Mark und erinnerte Cassirer, dass er zwar das Bild ausstellen, aber es nicht reproduzieren dürfe. Cassirer erklärte, dass er von alledem nichts wisse und nur eine Versicherung des Bildes über 20.000 Mark zugesagt habe. Das Bild sei bereits im Katalog zur Ausstellung reproduziert worden.