Die Rechtsperson
1903 - 1936
[69.] Oskar Samek erkundigte sich nach dem unbefriedigenden Ausgang des Prozesses gegen Alfred Kerr in Berlin (siehe Akt 68) beim Münchner Rechtsanwalt Max Hirschberg, wie die Chance stünden, Kerr wegen eines Gedichtes im Berliner Tageblatt zu klagen. Kraus wurde darin - allerdings in Antwort auf einen Vortrag von Kraus gegen Kerr - als "Kruppzeug", "Polemistvieh", "Winkelanwalt", "Kniffgruppierer", "Ehrenschänder", "Parasit", "Schmierian" und "gerechter Lumpen" beleidigt.
[99.] Die Bayernausgabe des Völkischen Beobachters griff Kraus' "Traumstück" als "eine einzige fortgesetzte Verhöhnung frontsoldatischen Geistes" an und beleidigte auch Karl Kraus selbst als "Wiener Judenliteraten".