Samek-Akten
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Karl Kraus ca. Neues Wiener Journal
[1.] Karl Kraus und sein Anwalt Oskar Samek forderten die Richtigstellung einiger falscher Ankündigungen zu einer angeblich geplanten Inszenierung von "Die letzte Nacht" durch die Renaissance-Bühne in Wien in einer Meldung des Neuen Wiener Journals. Die Berichtigung erschien in Form einer Zuschrift.

Karl Kraus ca. Der Tag
[3.] Karl Kraus und Oskar Samek forderten eine Berichtigung von Falschmeldungen in Der Tag um die Inszenierung von "Die letzte Nacht" an den Kammerspielen, Wien. Der verantwortliche Redakteur Hugo Bettauer antwortete, dass er die Berichtigung veröffentlichen werde, aber nur aus Wertschätzung für Karl Kraus, nicht weil er gesetzlich dazu verpflichtet sei.

Karl Kraus ca. Der Tag
[5.] Karl Kraus und Oskar Samek forderten die Berichtigung einer unwahren Behauptung in Der Tag über eine angebliche Probenunterbrechung von "Die letzte Nacht". Wie schon häufiger erfolgte die Berichtigung in Form einer Zuschrift, aber nicht in der gesetzmäßig vorgeschriebenen Form. Ein in Oskar Sameks Aktenvermerk erwähnter polemischer Brief von Karl Kraus ist nicht erhalten und eine weitere Aufforderung an die Zeitung, die Berichtigung in gesetzesmäßiger Form zu veröffentlichen, erfolgte nicht.

Karl Kraus ca. Die Stunde
[11.] Die Stunde brachte die Falschmeldung, dass zwischen Kraus und seinen Brüdern ein Erbschaftskonflikt "entbrannt" sei und titelte: "Ein Bruderzwist im Hause Karl Kraus - Der Packel-, Der Sackel-, Der Lackel- und Der Fackel-Kraus". Der Familierechtsanwalt Arnold Eisler brachte eine Berichtigung ein, die Die Stunde angeblich nur aus Rücksicht auf die Person Eislers brachte, obwohl sie nicht den Bestimmungen des Pressegesetzes entsprach.

Karl Kraus ca. Die Stunde
[12.] Die Stunde brachte ein retouchiertes, entstelltes Jugendbild (mit vergrößerten Ohren und Füßen) von Kraus und seiner Schwester Marie Turnowksy. Karl Kraus und Oskar Samek schickten das Originalbild ein und forderten eine Berichtigung. Die Stunde brachte daraufhin das retouchierte Bild neben dem abermals verfälschten "Original" und mit der verhöhnenden Überschrift "Wer ist schöner?". Außerdem wurde in diesem Zusammenhang angemerkt, dass Kraus selbst Bilder manipuliert habe (vgl. Montage Moritz Benedikt).

Karl Kraus ca. Die Stunde
[28.] Die Stunde brachte einen Artikel über Kraus sowie einen unveröffentlichten Brief aus dem Nachlass Peter Altenbergs, in dem Kraus falsch zitiert wurde: "Das ganz grosse Herz ist in diesem Teilchen von Peter Alternbergs 'Nachlass' enthalten".

Berichtigungsschreiben zum Prozess gegen Anton Kuh
[36.] In Der Tag, dem Neuen Wiener Tagblatt und der Tages-Post erschienen Gerichtssaalnotizen zum Prozess Karl Kraus ca. Anton Kuh, die verschiedene, unwahre Behauptungen über Karl Kraus enthielten. Unter anderem wurde behauptet, Kraus habe als 19-Jähriger versucht, eine Stellung in der Redaktion der Neuen Freien Presse zu bekommen. Die Berichtigungen wurden in Form von Zuschriften veröffentlicht.

Karl Kraus ca. Arbeiter-Zeitung
[37.] Die Arbeiter-Zeitung berichtete, dass Kraus bei seiner Vorlesung in Favoritner Arbeiterheim die "Kunststelle zum Gegenstand einer zwar sprachgewaltigen, aber nicht nur unsanften, sondern in vieler Hinsicht auch ungerechten oder wenigstens verkennenden Kritik" gemacht habe und es daraufhin zu erregten Auseinandersetzungen gekommen sei.

Karl Kraus ca. Prager Presse
[38.] Wie die Arbeiter-Zeitung (siehe Akt 37.) berichtete auch die Prager Presse von "Tumultszenen bei einer Karl-Kraus-Vorlesung" im Favoritner Arbeiterheim, zu denen es aufgrund von Kraus' ungerechtfertigten Angriffen gegen die sozialdemokratische Kunststelle gekommen sei. Wiederum forderte Samek entsprechende Berichtigungen: Zu einem Zwischenfall sei es erst am Ende des Vortrags durch ein Missverständnis gekommen. Einige wenige hätten das Wort "Anzuschmarotzen" statt auf Bekéssy auf die sozialdemokratischen Parteiführer bezogen. Die Berichtigung erschien am 20.

Karl Kraus ca. Wiener Allgemeine Zeitung
[39.] Wie die Arbeiter-Zeitung (siehe Akt 37.) und die Prager Presse (siehe Akt 38.) berichtete auch die Wiener Allgemeine Zeitung vom "Karl Kraus-Rummel im Favoritner Arbeiterheim" und dass vonseiten Kraus' "heftige Angriffe gegen die Kunststelle" erfolgt seien. (39.1.) Am folgenden Tag - 12. Dezember 1925 - brachte die Wiener Allgemeine Zeitung zudem einen lobenden Überblick über die Leistungen der sozialdemokratischen Wiener Kunststelle. Dabei wurden unrichtige Angaben über Kraus' Vorlesungen im Kontext der Kunststelle gemacht.